Konzertankündigung

Konzert am 11.10.2019 im Ratssaal

Konzert in Pinneberg
Warum sich Klassik-Fans auf Freitag freuen können
Pinneberger Tageblatt - 09. Oktober 2019 - von Felisa Kowalewski

David Stromberg und Jonathan Aner spielen im Pinneberger Ratssaal Sonaten, die die Musikgeschichte prägten.

Cellist David Stromberg präsentiert Sonaten der Klassik, Romantik und Moderne – um 20 Uhr startet das Konzert des Kulturvereins Pinneberg im Ratssaal.

„Jeder der Komponisten hat auf seine Weise etwas eigenes geschaffen und dadurch die Musikgeschichte etwas weitergebracht“, sagt der Cellist David Stromberg. Er spricht von dem Konzertprogramm, das er gemeinsam mit Pianist Jonathan Aner am Freitag, 11. Oktober, im Pinneberger Ratssaal, Bismarckstraße 8, spielen wird. Auf dem Notenpult: „Visionäre Kompositionen“ von Ludwig van Beethoven, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Claude Debussy und Zoltán Kodály. „Das ist das Motto, das wir uns für das Konzert überlegt haben“, sagt Stromberg. Ab 20 Uhr steht er mit Aner auf der Bühne im Rahmen des Konzertprogramms des Kulturvereins Pinneberg (KVP).

Beethoven hat als einer der ersten das Cello dem Klavier ebenbürtig gegenüber gestellt.
David Stromberg, Cellist

Bei den „visionären Kompositionen“ handelt es sich um Sonaten. Chronologisch gehen Stromberg und Aner nicht vor: Den Anfang macht der Impressionist Debussy. Dessen Sonate d-Moll für Violoncello und Klavier von 1915 gehört zu einem Zyklus von sechs geplanten Sonaten, von denen er jedoch vor seinem Tod nur drei vollenden konnte. Sie waren eine Rückbesinnung auf den alten französischen Stil – und gleichzeitig etwas Neues. Aner erläutert: „Debussy hat eine neue harmonische Sprache entwickelt, die sich deutlich von dem Vorherigen abhebt.“ Die Sonatenform diene ihm bei diesem Stück als Basis mit Wurzeln in der Vergangenheit, woraus er etwas Neues geschaffen habe.

Der Pianist Jonathan Aner begleitet Stromberg bei dem Konzert.

Daran schließt sich Beethovens Sonate Nr. 3 A-Dur von 1808 an. Das besondere daran: „Beethoven hat als einer der ersten das Cello dem Klavier ebenbürtig gegenüber gestellt“, sagt Stromberg. „Er hat damit das Duo mitgeschaffen. Die Sonate ist ein deutlicher Schritt hin zu einer Gleichberechtigung der Stimmen.“ Denn sein Instrument sei zuvor in Bassfunktion genutzt worden, als Fundament für die anderen Instrumente.

Nach der Pause widmen sich die Musiker zwei Kompositionen, die ihr Spiel nochmal auf ein neues Level heben. Kodálys Sonate op. 8 für Cello solo von 1915 gehört heute zu den Pflichtstücken eines Cellisten. Damals sprengte es aber den Rahmen des bisher Dagewesenen: „Das Stück erweitert den Klangraum in höchste Lagen und in die Tiefen“, sagt Stromberg. Die unteren Saiten des Instruments werden zu diesem Zweck extra jeweils einen Halbton tiefer gestimmt – eine Technik genannt Skordatur. „Es ist eine Erweiterung nach oben und nach unten. Auch die virtuosen Anforderungen werden von Kodály deutlich erhöht.“

Mendelssohn schafft neue Klänge
Ein Ähnliches Phänomen zeigt sich bei Mendelssohns Cellosonate Nr. 2 D-Dur op. 58 von 1843. „Mendelssohn schafft neue Klänge und hebt das Klavier in eine neue Sphäre der Virtuosität“, sagt Stromberg. Kraftvolle Akkorde und Perlende Arpeggien stellen das Cello fast in den Schatten – soll der erste Satz doch auf einer unveröffentlicht gebliebenen Klaviersonate basieren.

Karten für das Konzert kosten 18 Euro an der Abendkasse. Rentner mit Sozialpass erhalten eine Ermäßigung und Schüler haben freien Eintritt, wenn noch Tickets übrig sind. Karten können im Vorfeld auch im Bücherwurm, Dingstätte 24, oder unter Telefon (0 41 01) 2 32 11 reserviert werden.

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