Konzertkritik
Konzert vom 08.01.2017 im Hotel Cap Polonio
Musikalischer Genuss zum Neujahr
Ausverkaufte Aufführungen im Festsaal des Cap Polonio - und viel Lob für Cord Garben.
Pinneberger Tageblatt, 09. Januar 2017

Cord und Fritz Garben sind Garanten für hochkarätige Musik in Pinneberg. Mit Mitgliedern des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg präsentierte Cord Garben im ausverkauften Cap Polonio beim inzwischen 16. Neujahrskonzert ein erlesenes, erstklassiges Programm. Bürgermeisterin Urte Steinberg freute sich, 400 Besucher und die „fabelhaften Musiker“ in der Besetzung des großen Salonorchesters unter Garbens Leitung zu begrüßen. „Es gibt keinen schöneren Rahmen als das Cap Polonio“, so die Bürgermeisterin.
Mit Mozarts „Alla Turca“ aus einer der bekanntesten Klaviersonate des Komponisten stiegen die Musiker stimmungsvoll in die beiden gestrigen Konzerte ein. Nach einem mitreißenden, temperamentvollen Auftakt ging es weiter mit dem langsamen Satz aus Mendelssohn Bartholdys Sinfonie Nr. 4. Dabei war es ein Leichtes, sich in die Reise-Welt des Komponisten zu versetzen. Mendelssohn komponierte das unvollendet gebliebene Werk in den Jahren 1829 bis 1833. Sanfte Streicher- und Bläserklänge entführten das Publikum in die Welt der prachtvollen italienischen Gärten.

Die Sängerinnen Jale Papila (Alt) und Melanie Jung (Sopran) entfalteten bei Brahms zauberhaften Duetten „Die Meere“ und „Die Schwestern“ ihr Können. Jung war während der Vormittagsvorstellung für die infolge einer Schneekatastrophe am Istanbuler Flughafen festsitzende Sopranistin Miriam Sharoni eingesprungen. Beim Neujahrskonzert am Abend bestritt Sharoni allerdings ihren musikalischen Part. Wie bei den Brahms Duetten hätte man beim „Vorspiel“ und „Abendsegen“ aus Humperdincks Zaubermusik Hänsel und Gretel eine Stecknadel fallen hören können.
Ebenso sehnsuchtsvoll ging es weiter mit Dvoráks „Largo“ aus der Sinfonie der neuen Welt. Schon Dvoráks Schüler William Arms Fischer schrieb 1922: „Das Largo mit seinem eindringlichen Englischhorn-Solo ist die Ausgießung von Dvoráks eigener Sehnsucht. Noch tiefer ist es ein bewegter Ausdruck jener Sehnsucht der Seele, die alle Menschen fühlen.“ Mit Donizettis Fantasie über Themen aus „Die Regimentstochter“ endete der erste Teil. „Das Militärische mit seinen knallharten, rhythmischen Elementen ist eine tolle Sache und spielt in dieser Zeit eine große Rolle“, erläuterte Garben.

Mit Höhepunkten aus den Werken von Puccini, Kodály, Rossini, Demersseman und Strauss endete das brillante Konzert.
„Wir sind dankbar, dass wir Cord Garben haben“, bilanzierte die Kulturvereinsvorsitzende Gisela Bergner. Die
Pinneberger schätzten die Kombination von Garbens musikalischem Sachverstand und dessen Art zu moderieren.
Mit Bravo-Rufen und viel Applaus endete der Hochgenuss.
Frauke Heiderhoff (Artikel/Fotos)